Jahresbericht 2011/12

Für eine solidarischere Welt

Mit der Matura verliessen drei Schülerinnen das Gymnasium Immensee, die sich während Jahren in der Menschenrechtsgruppe engagierten: Claire Butie, Caroline Lottenbach und Jana Zgraggen. Claire und Caroline waren Gründungsmitglieder und seit der ersten Klasse dabei. Sie beteiligten sich bereits an jener Standaktion im November 2007 in Luzern, als die Gruppe Kaffee und Kuchen verkaufte und Informationsmaterial für ein Projekt der Rehabilitierung von Kindersoldaten im Kongo verteilten.

Mit zehn Anlässen waren die Mitglieder der Menschenrechtsgruppe im vergangenen Schuljahr am Gymnasium präsent. Nach einer Werbeveranstaltung im September entschieden sich drei Schülerinnen der 1. Klasse, in der Gruppe mitzumachen, „weil es ihnen nicht egal ist, was in unserer Welt geschieht und sie mit offenen Augen durchs Leben gehen wollen“, wie das Motto der Gruppe lautet.

Unterschriften gegen Menschenrechtsverletzungen

Dreimal wurden Unterschriften gesammelt für Petitionen von Amnesty International und anderen Organisationen – zur Abschaffung der Todesstrafe in Weissrussland, für eine griffige weltweite Konvention zum Waffenhandel, für die Petition „Recht ohne Grenzen“, die klare Regeln für Schweizer Konzerne und ihre Tochterfirmen im Bereich von Menschenrechtsverletzungen und Umweltverschmutzungen fordert. Dabei kamen am Gymi jeweils etwa 170 Unterschriften zusammen. Diese Aktionen verlangen von den Mitgliedern der Menschenrechtsgruppe eine Portion Zivilcourage, sich mit diesen Themen bei den Mitschülerinnen und -schülern zu exponieren.

Zum sechsten Mal beteiligte sich das Gymnasium Immensee auch am internationalen Briefmarathon von Amnesty International, der jeweils anfangs Dezember durchgeführt wird. Dabei wurden 374 Briefe in fünf Fällen von Menschenrechtsverletzungen unterschrieben und abgeschickt. Drei Kuchenverkäufe der Mitglieder der Menschenrechtsgruppe brachten mit 300 Franken einen schönen Beitrag an die Portokosten.

Solidaritätsessen für zwei Projekte

Seit Gründung der Gruppe ist es eine Aufgabe, geeignete Projekte für die Solidaritätsessen am Gymi vor Weihnachten und Ostern zu suchen und diese auf einer Stellwand mit Fotos und Kurztexten vorzustellen. Im Dezember flossen 2000 Franken in ein Projekt der Bethlehem Mission Immensee, ein Zentrum für vertriebene Kinder und Jugendliche in einem Armenviertel der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá. – Mit 3000 Franken wurde im Frühling ein Trinkwasserprojekt von Helvetas im Norden von Mosambik unterstützt.

In einem Dankesbrief schreibt Helvetas den Lernenden: „Es freut uns sehr, dass ihr euch für benachteiligte Menschen interessiert und euch einsetzt, um ihre Lebenssituation zu verbessern. Die meisten Menschen, die von Armut betroffen sind, haben den festen Willen, ihre Situation zu verbessern. Dank eurer Hilfe können wir sie dabei unterstützen, sich selbst eine stabile Lebensgrundlage zu schaffen und die Ausbreitung tödlicher Krankheiten einzuschränken. Damit wird die Gesundheitssituation der Menschen nachhaltig verbessert.“

Motivierende Begegnung

Ende Januar kam es zu einer Begegnung mit Alfreda Eilo, die vor drei Jahren die Matura in Immensee machte und Gründungsmitglied der Menschenrechtsgruppe ist. Sie erzählte über ihr Studium der Islamwissenschaft, des Öffentlichen Rechts und der Politikwissenschaft an der Uni Zürich und ihre internationalen Kontakte und Pläne. Am Beispiel ihrer eigenen Solidaritätsarbeit mit einer Organisation der Aramäer motivierte sie die Mitglieder der Menschenrechtsgruppe, in ihrem Engagement unbeirrt weiterzufahren.

Ein Höhepunkt im Schuljahr war der 14. Februar, an dem die Gruppe zum zweiten Mal einen „Röseli-Tag“ durchführte. 150 Havelaar-Rosen wurden dabei verkauft und mit Grussbotschaften versehen am Gymnasium verteilt. Mit den 300 Franken Erlös aus dem Verkauf der Rosen und von Süssigkeiten wird ein von der Gruppe bestimmtes Solidaritätsprojekt unterstützt.

Peter Leumann